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4.380 BürgerInnen fordern Minister Berlakovich zum Handeln auf!
- von: admin
- hochgeladen: 19.07.2011
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Eisenstadt, 19. Juli 2011. - Eine Delegation von sieben Personen, angeführt vom Neufelder Bürgermeister Bundesrat Michael Lampel, übergab dem für Landwirtschaft, Umwelt und Gewässerwirtschaft zuständigen Minister Berlakovich gestern insgesamt 4.380 Unterschriften gegen die Massentierhaltung im Einstrombereich der Brunnen in Neufeld. „Das ist ein SOS-Signal unserer Region, das nicht ungehört bleiben darf. Der Minister muss der Gefährdung unseres Trinkwassers einen Riegel vorschieben“, betont Bürgermeister Lampel: „Vor allem muss Berlakovich – notfalls durch Amtsbeschwerde beim Verwaltungsgerichtshof – für die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung sorgen und Schlupflöcher im Gesetz schließen!“
Seit Monaten sorgt die geplante Errichtung einer Anlage zur industriellen Schweinezucht an der burgenländischen Landesgrenze in Lichtenwörth für Proteste. Der Betreiber des aktuellen Projektes hat dieses bereits zum dritten Mal – mit Detailänderungen und Standtortverrückungen um wenige hundert Meter – eingebracht. „Die Menschen in der Region sind verunsichert und besorgt. Es war äußerst schwierig, einen Termin beim zuständigen Minister Berlakovich zu bekommen. Aber jetzt konnten wir ihn wenigstens in einem halbstündigen Gespräch auf die steigende Nitratbelastung und das damit verbundene Gefährdungspotenzial für das Trinkwasser von rund 200.000 Menschen im Nordburgenland und angrenzenden Niederösterreich aufmerksam machen“, so Lampel.
Die Bevölkerung erwarte sich vom Minister Unterstützung. Berlakovich sei als oberstes Aufsichtsorgan für den Trinkwasserschutz auch bei der Schaffung eines Grundwasserschongebietes gefordert, betont Lampel: „Der seitens Niederösterreich vorgelegte Entwurf einer Schongebietsverordnung klammert das trinkwassersensible Gemeindegebiet von Lichtenwörth aus und könnte zu einer weiteren Konzentration der stark expandierenden Schweineindustrie führen. Dem muss endlich Einhalt geboten werden. Wir agieren nicht gegen die Landwirtschaft, sondern für den Schutz des Trinkwassers. Aber Faktum ist: Wenn dieser neue Schweinemastbetrieb genehmigt wird, könnte es zu einem ‚Dammbruch’ mit Folgeprojekten kommen – das würde einen nicht wieder gutzumachenden Schaden für unsere Trinkwasserversorgung bedeuten!“
> SP-Klubchef Illedits: Schulterschluss im Landtag
Auch SPÖ-Klubobmann Christian Illedits sagt weitere Unterstützung zu. Der Burgenländische Landtag habe den Minister bereits im Dezember 2010 mit einem Antrag aufgefordert, alle zur Verfügung stehenden Instrumente zur Verhinderung von Schweinefabriken im Einzugsbereich der Neufelder Brunnen einzusetzen. Auf Initiative von Landeshauptmann Hans Niessl sei die Gefährdung des Grundwassers auch durch eindeutige Expertengutachten belegt worden. „Es gibt einen parteiübergreifenden Schulterschluss im Landtag. Wenn Megaprojekte einzelner Großbauern die Trinkwasserversorgung im Nordburgenland gefährden, haben die Interessen der BürgerInnen Vorrang vor denen der Agrar-Lobby. Wir fordern klare Schritte im Sinne der sicheren Wasserversorgung auch für die nächsten Generationen“, so Klubchef Illedits.












